»Die Unterordnung von Frauen wird durch die versteckte Gewalt von Männern erzwungen und aufrechterhalten.«
Judith Herman1
Diese Website soll schwerpunktmäßig einen Beitrag dazu leisten, Gewalt in nahen Beziehungen als politisches Problem zu analysieren und zu bekämpfen. Ausgangpunkt bilden dabei mehrere Erkenntnisse, die durch feministische Bewegungen vielfach herausgearbeitet wurden:
- Gewalt in nahen Beziehungen geht überwiegend von Männern aus. Das gilt besonders für schwere und systematische Formen von Gewalt.
- Viele Täter (und manche Täter*innen, die keine Männer sind) setzen ihre Gewalt mit dem Zweck ein, dauerhafte Dominanz und Kontrolle über Betroffene aufzubauen.
- Männergewalt im Privaten bildet als gesamtgesellschaftliches Massenphänomen eine zentrale Grundlage patriarchaler Unterdrückung – auch in demokratischen Gesellschaften.
Für alle, die Gewaltbetroffene nicht allein lassen wollen, stellen sich damit eine Reihe von Fragen:
- Wie versuchen Täter*innen und vor allem Täter, Macht über andere aufzubauen?
- Wie unterstützen soziale Umfelder und gesellschaftliche Institutionen Täter*innen und insbesondere Täter?
- Was brauchen Betroffene, um unabhängig von Täter*innen und gegen deren Interessen handlungsmächtig zu bleiben oder es wieder werden zu können?
- Was können wir tun, um Betroffene im eigenen Umfeld und darüber hinaus zu unterstützen?
- Und schließlich: Wie können wir Räume und Verhältnisse erkämpfen, in denen die intime und sexuelle Selbstbestimmung der einzelnen tatsächlich gilt und geschützt wird?
Alle diese Fragen stellen sich auch innerhalb progressiver Umfelder und linker Bewegungen.
Die Texte auf dieser Website sollen etwas zur Auseinandersetzung mit solchen Fragen beitragen. Wo nicht anders angegeben, stammen die Texte von Ashley Memo (es/they/dey), das den Blog auch darüber hinaus inhaltlich betreut.
Unter Lesetipps sind eine Reihe von Empfehlungen zum Themenkomplex intime und sexuelle (Männer-) Gewalt gesammelt, darunter vor allem Bücher und einige kürzere Texte.
Unter Hilfe sind externe Links zu in Deutschland bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten sowie zu weiteren informativen Ressourcen aufgeführt.
Anmerkungen, Kritik, Fragen und Ergänzungsvorschläge können per Mail an kontakt@machtfragen.org gesendet werden. (PGP-Schlüssel)
Fußnote
- »[T]he subordinate condition of women is maintained and enforced by the hidden violence of men«. Herman, Judith (2015): Trauma and Recovery. The Aftermath of Violence – From Domestic Abuse to Political Terror. Basic Books. S. 32. Das Zitat ist hier in einer eigenen Übersetzung wiedergegeben, weil es in der deutschen Fassung (Junfermann 2003) unsauber übersetzt wurde. ↩︎