Über

»Die Unter­ordnung von Frauen wird durch die versteckte Gewalt von Männern erzwungen und aufrecht­erhalten.«

Judith Herman1

Diese Website soll schwer­punkt­mäßig einen Beitrag dazu leisten, Gewalt in nahen Bezie­hungen als politi­sches Problem zu analy­sieren und zu bekämpfen. Ausgang­punkt bilden dabei mehrere Erkennt­nisse, die durch feminis­tische Bewegungen vielfach heraus­ge­ar­beitet wurden:

  1. Gewalt in nahen Bezie­hungen geht überwiegend von Männern aus. Das gilt besonders für schwere und syste­ma­tische Formen von Gewalt.
  2. Viele Täter (und manche Täter*innen, die keine Männer sind) setzen ihre Gewalt mit dem Zweck ein, dauer­hafte Dominanz und Kontrolle über Betroffene aufzu­bauen.
  3. Männer­gewalt im Privaten bildet als gesamt­ge­sell­schaft­liches Massen­phä­nomen eine zentrale Grundlage patri­ar­chaler Unter­drü­ckung – auch in demokra­ti­schen Gesell­schaften.

Für alle, die Gewalt­be­troffene nicht allein lassen wollen, stellen sich damit eine Reihe von Fragen:

  • Wie versuchen Täter*innen und vor allem Täter, Macht über andere aufzu­bauen?
  • Wie unter­stützen soziale Umfelder und gesell­schaft­liche Insti­tu­tionen Täter*innen und insbe­sondere Täter?
  • Was brauchen Betroffene, um unabhängig von Täter*innen und gegen deren Inter­essen handlungs­mächtig zu bleiben oder es wieder werden zu können?
  • Was können wir tun, um Betroffene im eigenen Umfeld und darüber hinaus zu unter­stützen?
  • Und schließlich: Wie können wir Räume und Verhält­nisse erkämpfen, in denen die intime und sexuelle Selbst­be­stimmung der einzelnen tatsächlich gilt und geschützt wird?

Alle diese Fragen stellen sich auch innerhalb progres­siver Umfelder und linker Bewegungen.

Die Texte auf dieser Website sollen etwas zur Ausein­an­der­setzung mit solchen Fragen beitragen. Wo nicht anders angegeben, stammen die Texte von Ashley Memo (es/they/dey), das den Blog auch darüber hinaus inhaltlich betreut.

Unter Lesetipps sind eine Reihe von Empfeh­lungen zum Themen­komplex intime und sexuelle (Männer-) Gewalt gesammelt, darunter vor allem Bücher und einige kürzere Texte.

Unter Hilfe sind externe Links zu in Deutschland bestehenden Beratungs- und Unter­stüt­zungs­an­ge­boten sowie zu weiteren infor­ma­tiven Ressourcen aufge­führt.

Anmer­kungen, Kritik, Fragen und Ergän­zungs­vor­schläge können per Mail an kontakt@machtfragen.org gesendet werden. (PGP-Schlüssel)


Fußnote
  1. »[T]he subor­dinate condition of women is maintained and enforced by the hidden violence of men«. Herman, Judith (2015): Trauma and Recovery. The Aftermath of Violence – From Domestic Abuse to Political Terror. Basic Books. S. 32. Das Zitat ist hier in einer eigenen Übersetzung wieder­ge­geben, weil es in der deutschen Fassung (Junfermann 2003) unsauber übersetzt wurde. ↩︎