Lesetipps

Hier findet ihr Empfeh­lungen: Texte, Bücher und Vorträge rund um das Thema intime und sexu­elle (Männer-) Gewalt.

  • Manche Texte können leider nur auf Englisch empfohlen werden, weil sie bisher nicht ins Deut­sche über­setzt wurden.
  • Texte, die online frei zugäng­lich sind, sind mit Links versehen.
  • Die Jahres­an­gaben beziehen sich immer auf die Erst­aus­gabe in der Origi­nal­sprache.

Intime und sexuelle (Männer-) Gewalt

Susan Brewster: Wie ein Anker im Strudel der Gewalt. Ein Ratgeber für Freunde und Verwandte miss­han­delter Frauen (1997)

  • Dieses Buch erklärt, was Umfelder tun können, wenn eine befreun­dete Person in einer nahen Bezie­hung mit einem(*einer) Täter(*in) lebt. Es geht im Buch aus guten Gründen nur um Frauen als Betrof­fene und Männer als Täter, aber viele Inhalte des Buches lassen sich auch auf andere Konstel­la­tionen über­tragen.

Lundy Bancroft: Warum tut er das? Einblicke in die Gedan­ken­welt von aggres­siven und kontroll­süch­tigen Männern (2002)

  • Das Buch bietet einen guten Über­blick zu verschie­denen Verhal­tens­weisen von Tätern. Es ist an Betrof­fene gerichtet, aber bietet auch Unterstützer*innen fundiertes Wissen.

Evan Stark: Coer­cive Control. How Men Entrap Women in Personal Life (2007)

  • Umfang­rei­ches Stan­dard­werk zu Zwangs­kon­trolle: einem syste­ma­ti­schen Verhal­tens­muster, mit dem Täter*innen versu­chen, dauer­hafte Domi­nanz und Kontrolle über Betrof­fene aufzu­bauen.
  • Einen guten Einstieg ins Thema Zwangs­kon­trolle bietet dieser Online-Vortrag von Torna Pitman (auf Englisch).

Rolf Pohl: Feind­bild Frau (2004) (sehr umfang­reich und voraus­set­zungs­voll)

  • Psycho­ana­ly­ti­sches Grund­la­gen­werk zu sexu­eller (Männer-) Gewalt. Das Buch beschreibt kein konkretes Verhalten von Tätern (in Bezie­hungen), sondern die psycho­sexu­ellen Grund­lagen der Moti­va­tion zur Gewalt.
  • Zum Einstieg ins Thema bieten sich eher Pohls Vorträge an, z.B. dieser Mitschnitt von 2017.

Trauma

Judith Herman: Die Narben der Gewalt (1992)

  • Zugäng­li­cher und femi­nis­ti­scher Einstieg ins Thema Trauma. Judith Herman ist eine Pionierin der modernen Trau­ma­for­schung und verbindet einen betrof­fenen-soli­da­ri­schen Ansatz mit psycho­lo­gi­schen Grund­lagen.

Männliche Gewalt und Dominanz in der Linken

Mamba: Defi­ni­ti­ons­macht schwer­ge­macht. Zu Verge­wal­ti­gungs-Debatten in der radi­kalen Linken und darüber hinaus (2005, hier wieder­ver­öf­fent­licht)

  • Starkes histo­ri­sches Doku­ment zu femi­nis­ti­schen Kämpfen und Debatten inner­halb linker Bewe­gungen in Deutsch­land. Bietet einige Ansätze für die Frage, wie inner­halb linker Bewe­gungen femi­nis­ti­sche Macht aufge­baut werden kann.

State­ment der FLINT Personen zur Auflö­sung der RJG (2020, online)

  • Jüngerer Erfah­rungs­be­richt einiger aktiver FLINT, die die männ­liche Domi­nanz in ihrer poli­ti­schen Gruppe nicht mehr ertragen wollten.

(Über) Beratung und Therapie

Viveka Enander & Carin Holm­berg: Why does She Leave? The Leaving Process(es) of Battered Women (2008, online) (akade­misch)

  • Quali­ta­tive Studie zur Frage, unter welchen Voraus­set­zungen und auf welche Weise gewalt­be­trof­fene Frauen sich dazu entscheiden, Täter (endgültig) zu verlassen.

Sharon Lamb: Forgi­ve­ness, Women, and Respon­si­bi­lity to the Group (2006, online) (eher voraus­set­zungs­voll)

  • Starke Kritik an ›Verge­bungs­the­rapie‹ (ja, das gibt es!) und an der weit­ver­brei­teten Vorstel­lung von Verge­bung als Lösung für Gewalt­be­trof­fen­heit und damit verbun­dene Trau­mata.